Ab und zu gibt es diese Momente (plural, jawohl!), in denen ich dasitze und denke: Huch, beide Babies schlafen! Was mache ich nun? Auf einmal gibt es da ein Zeitfenster in unbekannter Größe, dass ich vollkommen frei füllen kann. Aber, womit?

Ein Ratschlag den ich eine Trillion Mal gehört habe ist: Schlaf, wenn die Babies schlafen. Das geht ja nun mal gar nicht. Nachts, ja, gerne! Aber tagsüber? Da schlafe ich nur mit, wenn ein bis zwei Babies auf oder an mir dran liegen und ich mich nicht bewegen kann, ohne sie zu wecken. Denn nach dem Schlafen kommt immer ein großes ODER: Ich könnte jetzt schlafen, oder ich mache xyz.

„Na, dann tu doch mal was für Dich!“

Würde ich ja gerne, aber ich kann ja jetzt schlecht zum nächsten Spa abhauen. Ach, was sag ich da, zum Friseur wäre auch schick. Für solche Abenteuer brauche ich einen Babysitter oder eine nette Begleitung, die mir die kleinen Racker in den entscheidenden Momenten abnimmt. Oder anreicht, je nachdem.

Es gibt außerdem eine Fantastillion mehr Sachen, die endlich mal wieder tun könnte. Realistisch betrachtet reduzieren sich meine Möglichkeiten aufgrund meiner unbedingt erforderlichen Anwesenheit und der unbekannten Babyschlaf-Zeit X jedoch auf eine übersichtliche kleine Auswahl.

Liegen die Babies sicher? Na, los geht´s: An aller-aller-erster Stelle steht duschen. Laaaaaaange duschen. Bis der Spiegel beschlägt und ich mich fühle wie im Dampfbad. Raus aus der Dusche und zack, sind die Babies wieder wach. Aber ich fühle mich wie ein normaler Mensch, das ist einiges wert. Auch wenn ich es nicht mehr schaffe, mir die Haare zu kämmen.

Was, ich habe schon geduscht? Na gut, dann mach ich eben was anderes. Zur Auswahl stehen:

In Ruhe essen. Erfolgsquote: niedrig. Wenn das Essen fertig ist, quakt oft schon wieder jemand kleines. Klappt es aber und der Mann ist anwesend, können wir uns eines gemeinsamen Essens erfreuen. Um die Ruhe zu genießen, findet dieses meistens schweigend statt. Oder wir überlegen lange, was wir diesmal richtig gemacht haben und ob wir das wiederholen könnten. Wahrscheinlich ist es aber einfach nur Glück.

Mal schnell ein bissen aufräumen. Erfolgsquote: mittel. Halb aufgeräumt ist auch schön.

Das Internet durchlesen: Erfolgsquote: hoch. Geht auch mit schlafendem Baby auf dem Bauch oder in diesen grausamen Mama-Momenten nachts, wo Du aufwachst, nach den Babies schaust und beide selig schlafen.

Telefonieren. Erfolgsquote: Entweder sehr hoch oder sehr niedrig, je nach Gegebenheit:

a) Juhu! Beide lassen sich vom Klang meiner Stimme einlullen und schlafen selig weiter.
b) Oh, no! Während Baby eins in die Windel macht, wacht Baby zwei schreiend auf.
c) Hallo? Nein, nein, Du störst nicht. Jaaaa, dutzi dutzi, weiter schlaaaaafen! Wie geht es Dir? Moment! Ach, spannend! Was hast Du gesagt? Ach, weißt Du was, ich rufe Dich später nochmal an, wenn beide wieder eingeschlafen sind (letzteres klappt natürlich nicht).

 

Blogbeiträge schreiben. Erfolgsquote: niedrig. Kaum fange ich an zu schreiben

 

 

 

 

[Mehrere Tage dauernde Pause. Wir schweigen in Gedenken an die ungeschriebenen Blogbeiträge, die ich in meinem Kopf entworfen, ausformuliert und wieder vergessen habe.]

 

 

 

 

Ach, wisst ihr was, ich mach mir einfach einen Kaffee.