Nach einer relativ langen Lesepause (Hmmm, lag es wohl an den kleinen Zwillingen?) habe ich letzten Sommer wieder vermehrt angefangen, echte, richtige Bücher zu lesen. Am liebsten aus Papier, aber auch auf dem eBook-Reader. Wobei, gelesen habe ich eigentlich die ganze Zeit, nur eben sehr viele Kinderbücher.
Kinderbücher für meine zweisprachigen Kinder
Ein paar Bücher bringe ich mir von jedem Deutschland-Besuch mit. In den letzten Jahren waren das vor allem Kinderbücher, die ich selbst liebgewonnen habe – auf einige freue mich seit Jahren, sie endlich vorzulesen. Auch wenn die Zwillinge mit neun Jahren gut deutsch verstehen und sprechen, sollten die Texte nicht zu viele seltene Wörter enthalten und nicht zu umständlich geschrieben sein. Ein paar Bücher haben wir auch abgebrochen und uns für später aufgehoben, wenn ich zu viele Wörter erklären musste.
Richtig gut funktioniert die ganze Sams-Reihe, von der ich bis vor zwei Jahren noch gar nicht wusste, wie viele Bücher es – zum Glück – vom Sams gibt. Und bisher mochten wir so ziemlich jeden Band dazu. Und auch so lesen wir gerne weiter bei Paul Maar: Die ganze Reihe von „Herr Bello“ ist bei uns sehr beliebt und auch „Der Tätowierte Hund“ geht immer noch, auch wenn ich denken würde, das ist eher für etwas kleinere Kinder.
Über die Jahre haben wir viele Kinderbuch-Klassiker gelesen, Astrid Lindgren, Ottfried Preussler, Michael Ende, Erich Kästner und und und… Natürlich haben wir auch ein paar Trends aus Deutschland mitgenommen, wie die „Schule der magischen Tiere“ oder „Elliot und Isabella“ und „Der kleine Drache Kokosnuss“ – die kann ich auch weiterhin empfehlen, auch wenn wir die magischen Tiere irgendwie nicht ganz so aufregend fanden.
Selber lesen auf deutsch klappt nicht so gut – das ist beiden zu umständlich und lange, und ich lese auch wirklich gerne vor und freue mich, neue und alte Geschichten (wieder) zu entdecken. Was aber gut klappt, sind Comics: Auf Anhieb fallen mir da die „Kiste“-Comics von Patrick Wirbeleit und Uwe Heidschötter ein.
Wenn wir in Deutschland sind, besuchen wir immer mindestens einen Buchladen oder freuen uns über vielen öffentlichen Bücherschränke – so etwas tolles gibt es bei uns kaum (ebenso wie die Geschenkekisten – wie viele Leute ihre noch guten Sachen vor die Tür stellen – das finden die Kinder immer noch zum Staunen).
Für die nächsten Jahre freue ich mich auf Cornelia Funke und ein paar längere Abenteuer-Geschichten. Was lest ihr denn so mit euren zweisprachigen Kindern?
Was mir fehlt? Im Buchladen stöbern.
Ein Glück gibt es den Bücherversand (auch gerne antiquarisch), meinen eBook-Reader und Geburtstagsgeschenke; eigentlich bin ich immer ganz gut mit Lesestoff versorgt. Aber – was ich wirklich vermisse, ist in Buchläden zu stöbern und dort neue Bücher zu entdecken. Um etwas zu bestellen, muss ich ja schon recht genau wissen, was ich lesen möchte. Als Alternative dazu lese ich sehr gerne in Buchblogs, zum Beispiel beim Kaffeehaussitzer oder höre Eat.READ.Sleep., das ist fast genauso schön, und ich habe darüber schon sehr viele tolle Bücher gefunden.
Ich lese immer noch am liebsten auf deutsch: beim lesen möchte ich schnell und direkt Zugang finden, ohne einen Umweg über eine andere Sprache zu machen. Manchmal denke ich, es wäre schlau, ein bisschen mehr auf spanisch oder katalanisch zu lesen, um einen größeren Wortschatz zu bekommen, aber ach…es macht mir einfach nicht so viel Vergnügen.
Und obwohl ich gar nicht so oft für Nachschub sorgen kann, stapeln sich schon ein paar Bücher ungelesen im Regal. Mal sehen, ob ich die wirklich irgendwann alle lese. Was ich im Unterschied zu früher merke: Wenn mich ein Buch nicht wirklich fesselt, schaffe ich es nicht mehr, es zu Ende zu lesen. Wo ich mich sonst auch mal durchgequält habe, lege ich ein Buch eher mal zur Seite. In Anlehnung an ein Zitat unseres alten Klassenlehrers: „Manche Bücher sind wie Wein, sie werden besser, je länger man sie lagert“. Er meinte nur leider immer unsere Klassenarebeiten damit.

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