1. Du sollst nicht duschen!

Und wenn, dann kannst Du froh sein, wenn du die Spülung ansatzweise wieder aus den Haaren waschen konntest. Kämmen is jedenfalls nicht mehr, schließlich musst Du zwei Babies mit akuter Mamitis betüdeln.

2. Du sollst neben uns keine anderen Interessen haben

Das ist einfach, weil deine Aufmerksamkeitsspanne vor lauter Hormonen und Stilldemenz sowieso nicht mehr für wirkliche Gespräche oder andere anspruchsvolle Tätigkeiten reicht. Die ständige Müdigkeit tut ihr übriges dazu. Instinkt, übernehmen sie!

3. Gedenke des Schlafes: Halte ihn heilig

Vor allem deinen. Dann den deiner Babies. Der Mann schläft sowieso durch, auch wenn ein schreiender Winzling neben ihm liegt.

4. Fünf Tage wirst Du alleine mit den Babies deine Arbeit tun.

Dann kommen zwei wunderbare Tage, an denen der Mann da ist und alles wird etwas fluffiger. Vor allem kannst Du in Ruhe duschen.

5. Ehre deine Eltern, deine Schwiegereltern, Verwandte, Freunde und Bekannte.

Denn sie bringen sie Dir Essen, Geschenke, helfen beim Wäsche waschen und bestaunen Deine Babies. Längeren Besuch kann man gut für eine Dusche nutzen (mit Spülung UND eincremen!).

6. Du sollst nicht begehren deines nächsten Eis.

Hol dir selber eins. Oder nach was auch immer Dein Stillhunger verlangt. Nie wieder konnte ich so viel essen und dabei abnehmen. Nach zehn Monaten wurden die (saubequemen) Schwangerschaftshosen wieder gegen meine „normalen“ Jeans ausgetauscht.

7. Du sollst deinem Mann hin und wieder ein Lächeln schenken.

Es bricht mir immer noch das Herz, wenn ich daran denke, wie mein Mann mich einmal glücklich anlachte, weil er dachte ER sei gemeint als ich liebevoll in seine Richtung schielte. Er hatte ein Baby auf dem Arm.

8. Sei lieb zu deinem Mann ( nur lächeln reicht nicht).

Er bringt Dir jeden morgen ein Croissant zum Frühstück, hat sich die ersten vier Wochen aufopferungsvoll um dich und zwei Babies gekümmert, bringt den Müll raus, räumt das alltägliche Chaos auf und kocht Dir leckere Tiefkühlpizza. Und selbst wenn er noch so toll mit einem Baby spielt, ist Mama zur Stelle, wird er gnadenlos ignoriert.

9. Du sollst dich an falsche Empfehlungen, dumme Sprüche und nervige Kommentare gewöhnen.

Du wirst sie alle hören, mehrmals: Von „Oh, Zwillinge!“ über „Schlafen sie schon durch?“ bis hin zu „wenn Du sie immer gleich auf den Arm nimmst, gewöhnt sie sich noch dran!“ oder „lass sie im Kinderwagen ruhig mal schreien, sonst nutzen sie das aus und wollen immer gleich wieder raus“ oder oder oder oder oder *augenverdreh

10. Du sollst nicht nach dem verlangen, was Du nicht hast. Sondern genießen, was Du bist.

Eine Zwillingsmama, die das Privileg hat, zwei kleine Wesen gleichzeitig aufwachsen zu sehen. Manchmal denkt man, „jupp, nur ein Baby zu haben muss ja extrem entspannend sein“, vor allem wenn gerade eines schläft. Mütter von Einzelbabies haben mir aber glaubhaft versichert, dass es auch nicht viel flauschiger zugeht als bei uns. Und die bekommen kein doppeltes Lächeln zurück! <3